Was haben wir da eigentlich?

Zustand 2005: Nicht gut, aber auch nicht hoffnungslos

Auch über die Geschichte des Bootes wussten wir noch rein gar nichts, ebenso über die Klasse an sich. Tolle 20er-Jahre Yacht, dachten wir. Als wir dann über Google erste Informationen über die Klasse suchten, stießen wir schnell auf den Berliner Yacht-Club, den Freundeskreis Klassische Yachten und das Yachtsport Archiv. Stück für Stück konnten wir so die Vergangenheit des Bootes erhellen, nicht zuletzt Dank des Enkels des ersten Eigners Oscar Gleier, Timm Gleier. Er hat uns aus seinem Photoarchiv die meisten der historischen Aufnahmen überlassen, über die wir heute verfügen. Das Boot stellte sich als 35 qm Nationaler Kreuzer heraus.

 

Hier der Versuch einer Erläuterung nach eingehender Recherche:

Das Segeln war um die Jahrhundertwende ein den besseren Kreisen vorbehaltener Sport. Die Klassen, mit denen regattiert wurde, waren sowohl von den Baukosten wie auch vom Unterhalt her sehr kostenintensiv. 

 

Die nationalen Kreuzerklassen verdanken ihre Entstehung dem Verlangen, eine Kreuzerklasse zu schaffen, die Schnelligkeit und gute Regattatauglichkeit mit mehr Komfort und Wohnlichkeit vereinen sollte. Darüberhinaus sollten die Baukosten minimiert werden, so dass sich auch weniger begüterte Segler eine Yacht leisten konnten. In der Zeit um die Jahrhundertwende bis 1914 waren vor allen Dingen die kostspieligen Segellängenyachten und die elitäre Sonderklasse populär. Sie durfte nur von Herren gesegelt werden, die ihren Unterhalt nicht mit ihrer eigenen Hände Arbeit bestritten. Sprich Adlige und Fabrikanten. Beide Klassen wurden oft von bezahlten Leuten gesegelt und unterhalten. Sie liessen sich nach Ende der oft nur eine Saison währenden Regattalaufbahn nur schwer als Fahrtenyachten gebrauchen, denn aus Gewichtsgründen wurde auf jeglichen Komfort und eine Kajüte verzichtet. Die für die Nationalen Kreuzer in den Bauvorschriften vorgesehene Kajüte und die detaillierten Angaben für die Ausstattung machten es nun auch möglich, längere Törns zu unternehmen. Die Boote wurden bewusst "leicht" – soll heissen: nicht für die Ewigkeit und unter maximaler Einsparung von Material – gebaut. Wenn man sich vor Augen führt, dass die Boote dementsprechend auf eine Lebenslänge von 20 bis 30 Jahren ausgelegt waren, so spricht es für die hohe Bauqualität, dass manche von ihnen ihrem hundertjährigen Jubiläum entgegensehen.

Sonderklasse Jugend I, Gewinnerin des Samoa Pokals bei der Kieler Woche 1910. Äußerst schnell unterwegs, jedoch null Komfort an Bord.
Sonderklasse Jugend II, Steuermann: Oscar Gleier

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