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29. April 2012: Bergfest!
Es ist schwer nachzuvollziehen, wieviel Arbeit in so einem kleinen Boot stecken kann. Fast jedes Spantenpaar muss im Bereich der Bilge angeschäftet werden. Das ist der Grund dafür, warum sich die Sanierung verzögert. Die ersten Resultate sind umso erfreulicher. Der Kiel ist fertiggestellt und mit dem Bootskörper verbolzt, auch die meisten Spanten sind schon fertiggestellt und eingebaut. Es ist unglaublich, wie sich die Anmutung im Inneren des Bootes dadurch verändert hat – die Bilge ist neu und die fertig verschraubten und verklebten Spantenpaare nähren unsere Hoffnung, Emmy II in Zukunft wieder richtig sportlich und vor allen Dingen sicher segeln zu können. Statt muffig-pilzigen Gerüchen und einem traurigem Anblick empfängt uns nun beim Betreten der Kajüte eine frische Holznote und das helle Leuchten der neuen Kielplanke. Schön ist das. Nun ist es für uns an der Zeit, mit den übrigen Arbeiten zu beginnen und so schleifen wir das Deck und das Überwasserschiff und lackieren beides. Nächste Schritte sind dann die Fertigstellung der Arbeiten an den Spanten und der Wiedereinbau der stählernen Bodenwrangen und Spantverstärkungen. Danach wird der GFK-Überzug des Unterschiffes wieder aufgebracht, verschliffen und versiegelt. Auch das neue Ruderblatt muss erst noch gebaut werden. Das Schiff ist durch den neuen Kiel wieder so schmal wie einst und der Riss erinnert wieder an den einer Rennyacht. Auf die neuen Segeleigenschaften sind wir sehr gespannt! Wann wir die Yacht wieder ihrem Element übergeben können, werden wir hoffentlich in Kürze wissen.
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01. April 2012: Die Bolzen werden gesetzt
Der Kiel ist in Form gebracht und nun geht es daran, die Bolzenlöcher zu bohren. Eine zeitraubende Angelegenheit, die mehrere Bohrer verschleißt. Die alten Bolzen wurden bei der Herstellung des Bleikiels mit eingegossen, diese haben wir kappen müssen, da sie nicht lösbar sind. Nun muss der Bleikiel für jeden neuen Bolzen durchbohrt werden. Dass das so lange dauern würde, haben wir nicht erwartet. Auch bei den Spanten gibt es Fortschritte: Die ersten liegen, frisch lammelliert und mit vielen Schraubzwingen über Schablonen aus Spanplatte fixiert, in der Werkstatt. Das Ganze verzögert sich, denn es ergeben sich immer neue, zeitraubende Teilbaustellen, vor allen Dingen beim Ausbau der Stahlbodenwrangen und der morschen alten Spanten. Eigentlich sind sie alle im unteren Bereich morsch, also dort, wo sie über Jahrzehnte hinweg immer wieder Feuchtigkeit ausgesetzt waren. 90 Jahre hinterlassen Spuren, keine Frage. Umso besser, dass wir uns darum genau jetzt kümmern, bevor es zu spät ist. Eigentlich wollten wir die Zeit rund um Ostern für die Überholungsarbeiten nutzen, die wir selbst erledigen können, daraus wird aber leider nichts, zu vieles muss vorher noch geschehen.
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10. März 2012: Der Bootskörper ist geschlossen
Der Frühling naht und das erste – zugegebenermaßen noch recht zaghafte – Vogelgezwitscher erinnert uns daran, dass die neue Saison in Kürze beginnt. Die Restaurierung macht derweil große Fortschritte, das ist gut, denn in den Tiefen unserer Portemonnaies herrschen mittlerweile griechische Verhältnisse. Die Plankengänge des Bootskörpers sind geschlossen, nun geht es daran, die morschen Spanten im Inneren der Yacht auszubauen, neu zu lammellieren und anzuschäften. Ausserdem werden nun die noch verbliebenen Stahlspanten und -Bodenwrangen ausgebaut, damit sie verzinkt werden können. Der Kiel wurde provisorisch unter dem Bootskörper platziert, um ihn richtig anpassen und ausrichten zu können. Sieht fast schon wieder "schiffig" aus, das Ganze. Jedenfalls gelingt es, und das stimmt uns fröhlich...
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29. Januar 2012: Erste Fortschritte.
Endlich, Dank inspirierender Arbeitsumgebung in der Werkstatt des Bootsbauers gehören die Gedanken an die Kettensäge der Vergangenheit an. Es geht wieder aufwärts, der Bootsbauer hat den neuen Vor- und Achtersteven eingebaut, die Bohlen für den Kiel in Form gebracht und die neuen Kielbolzen besorgt. Die Bohlen für den Kiel liegen zum vorbohren der Bolzenlöcher bereit. Der neue Kiel wird nun provisorisch unter dem Boot platziert, damit die fehlenden Plankengänge neu aufgebaut und geschlossen werden können. Auch die ersten Stahlbodenwrangen und -spanten sind ausgebaut und können neu verzinkt werden. Es ist schön zu sehen, wie eine Frischzellenkur Wunder bewirken kann, darauf haben wir lange gewartet.
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17. Dezember 2011: Der Kiel ist ab.
Tja. Dieser Anblick ist nun nicht so schön... Der verrottete Kiel ist vom Bootskörper abgetrennt, Emmy II hängt buchstäblich in den Seilen. Es müssen nun noch Teile des Achterstevens und des Vorstevens ausgebaut werden, dann kann der Wiederaufbau beginnen. Der Rest des Rumpfes ist in besserem Zustand, als es die Photos vermuten lassen. Der des Kiels spottet jeder Beschreibung, der reinste Komposthaufen. Die Kielbolzen sind sämtlichst beinahe durchgerostet. Unsere Entscheidung, diese Grossbaustelle anzugeh- en, erweist sich als richtig. Nächste Schritte: Ausbau der verrotteten Partien von Vor- und Achtersteven und Neuanschäftung dieser Teile, Neuaufbau der Spanten, Ausbau und Neuverzinkung der stählernen Bodenwrangen, Ersatz der hölzernen Bodenwrangen und Aufbau des Kiels. Die Spanten werden lammelliert und verschraubt, der Kiel aus mehreren Bohlen Iroko zusammen- gesetzt. Wir haben uns beim Material für den Kiel für diese Holzsorte entschieden, weil sie in Verbindung mit Feuchtigkeit nicht zur Säurebildung neigt und somit nicht die Kielbolzen angreift. Ausserdem ist es – sofern sorgfältig ausgewählt – ein äußerst haltbares Holz.
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29. Oktober 2011: Nackte Tatsachen
Früher als gedacht ist das GFK rund um den Kiel, Vorder- und Achtersteven entfernt und die sprichwörtliche nackte Wahrheit kommt an Tageslicht. Weite Teile bestehen nur noch aus Torf, schon vor langer Zeit wurden große Teile des Kiels und der Kielgänge vor dem Aufbringen der Glasfasermatten durch Baumarktfichte und andere Holzarten geflickt. Die "neuen" Kielgänge wurden einfach mit Querbolzen durch den Kiel beidseits angeflanscht, das Knie durch eine Dachlatte (!) "verstärkt". Die Schäden sind erheblich, um es mal harmlos auszudrücken. Der Zustand des Holzes ist teilweise so schlecht, dass es unter den Fingern zerbröselt. An einer Stelle können wir mit der Hand quer durch den Kiel stechen, so morsch ist die Substanz. Es ist erstaunlich, dass uns dieser beim Segeln nicht einfach abgebrochen ist. "Wirtschaftlich" gesehen, ist das Ganze ein Totalschaden. Es ist zugleich schön und besorgniserregend zu wissen, dass die Auslegung des Begriffs in unserem Ermessen liegt. Zur Wiederherstellung der Yacht werden wir SEHR viele Baustellen angehen müssen. Die Beplankung ist ansonsten noch weitestgehend in Ordnung. Ausserdem ist der Ballastkiel aus Blei, er muss also nicht gesandstrahlt und konserviert werden. Dennoch... das wird ganz sicher keine Kleinigkeit, soviel ist sofort klar.
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30. September 2011: Emmy II auf dem Weg zum Bootsbauer.
Die nun anstehenden Arbeiten an Vor- und Achtersteven, Kiel und Spanten können wir mangels Fachkenntnis nicht selbst erledigen. Zudem sind diese Arbeiten nicht an ein paar Wochenenden zu erledigen, uns fehlt also auch schlicht die Zeit. Entscheidend ist aber: Wir möchten, dass das Ergebnis gut und haltbar wird. Nächster Schritt: Bestandsaufnahme der Schäden und Entscheidungsfindung über das weitere Vorgehen.
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35 qm Nationale Kreuzeryacht Emmy II
